Weil ich zur Zeit nicht so gut drauf bin, habe ich mal in alten Texten von mir gestöbert und ein paar Gedichte zu Tage gefördert. Schon fast vergessen, aber wenn ich sie lese, weiß ich wieder genau wie ich mich damals gefühlt habe. Vielleicht sollte ich wieder anfangen zu schreiben? Ich meine mich zu erinnern, dass das eine heilsame Wirkung hat.
Hab hier mal was vom 04.05.2003:
Reifeprozess
Ich bin seelisch gross geworden
Das kam nicht über Nacht
Es hat sehr lange gedauert
Doch jetzt ist das Werk vollbracht
Ich liebe und ich hasse nicht aus kindlichen Gefühlen
Ich denke und agiere und das alles mit Kalkül
Ich bin groß geworden
Und das Leben hat nen Sinn
Wenn auch bloß zu Überleben
Und es schnell zu überstehen
Ich wurd oft genug getestet
Langsam lauf ich den Parcours
Ohne Fehler zu machen
Auf meine eigene Tour
Hab dazu gelernt
Schau meine Narben an
Und weiß mit Sicherheit das ich es besser machen kann
Es war ein Reifeprozess
Er hat keinen Spaß gemacht
Doch ich weiß, er allein hat mich zu mir gemacht
oder das hier vom 14.05.2003
So sieht’s aus
Schau, wie die Menschen auf den Straßen
sich von der Zeit so hetzen lassen.
Sie kommen einfach nicht zur Ruh’
und wissen selbst nicht mal wozu.
Sie rennen sinnlos kreuz und quer,
der eine hin der andre her.
Nicht einer von ihnen, das ist bekannt
blickt über seinen Tellerrand.
Sie haben ein dickes Brett vorm Kopf,
stier’n nur in den eigenen Suppentopf.
Seh’n nicht mal wer daneben steht,
selbst wenn der Kerl zu Grunde geht.
Er könnte zu ihren Füßen sterben
es würd’ ihnen nicht mal die Laune verderben.
Woll’n einfach immer, immer weiter
und immer höher auf der Leiter.
Und wenn sie angekommen sind,
schau’n sie zurück und seh’n wie blind
sie früher einst gewesen waren.
Doch Weisheit kommt erst mit den Jahren.
Die Menschheit ist halt sonderbar
und das ist traurig, aber wahr.
Die anderen sind zum Teil ziemlich heftig und sollten wohl besser in den Tiefen der Festplatte bleiben, weil sie mich selbst triggern.